Mentaltraining: Definition, Ziele, Übungen

Die Kraft der Gedanken ist zwar vielen bekannt, die Möglichkeiten und Auswirkungen werden aber trotzdem von vielen unterschätzt. Durch Mentaltraining können dabei unterschiedlichste Effekte erreicht und individuelle Ziele verfolgt werden: emotionale, kognitive und auch körperliche Fähigkeiten können durch entsprechendes Mentaltraining verbessert werden. Zudem kann das mentale Training dabei helfen, schlechte Gewohnheiten abzulegen und durch bessere Alternativen zu ersetzen. Scheint kaum vorstellbar? Ist aber wissenschaftlich erwiesen! Und die beste Nachricht: Mentaltraining ist sehr einfach und kann erlernt werden. Hier erfahren Sie, was Mentaltraining ist und wie es funktioniert – außerdem geben wir Ihnen Anregungen und Übungen an die Hand, um den Einstieg zu meistern…

Definition: Was ist Mentaltraining?

Als Mentaltraining werden verschiedene psychologische Methoden verstanden, die in den Bereichen soziale und emotionale Kompetenz, Belastbarkeit, Selbstbewusstsein oder auch Volition zur Stärkung und Wohlbefinden beitragen, die das Gehirn aktivieren und zu besseren Leistungen verhelfen sollen.

Auch Anbieter psychologischer Dienstleistungen wie etwa Psychotherapie und Coaching, aber auch aus den Pseudowissenschaften und der Esoterik beanspruchen mitunter Begriffe wie Mentaltraining oder Mentalcoaching für sich. Dort wird Mentaltraining eher mit der Bioresonanztherapie und ähnlichen, wissenschaftlich nicht anerkannten Anwendungen in Verbindung gebracht.

Die ersten Anwendungen fand das Mentaltraining tatsächlich in der Sportpsychologie und wird weiterhin auch in sportlichen Bereichen auf professioneller Ebene eingesetzt. Dabei wird die intensive Visualisierung von Bewegungsabläufen genutzt, um das körperliche Training zu unterstützen. Heißt im Klartext: Nachdem beispielsweise ein Fußballer stundenlang aufs Tor geschossen hat, wird die Einheit durch Mentaltraining ergänzt, in der der Spieler die Abläufe, Bewegungen oder auch beanspruchte Muskeln noch einmal mental durchgeht.

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass dabei dieselben Gehirnregionen aktiv sind. Anders ausgedrückt: Das menschliche Gehirn macht in der Aktivität kaum Unterschiede, ob es wirklich stattfindet – also ob die Übung körperlich durchgeführt wird – oder ob dies nur in Gedanken vor dem geistigen Auge passiert.

In welchen Bereichen wird Mentaltraining eingesetzt?

Die Einsatzgebiete für Mentaltraining sind nahezu unbegrenzt. In fast allen Bereichen des Lebens können Sie von der Methode profitieren und spürbare Effekte erzielen. Allerdings haben sich einige Bereiche herauskristallisiert, in denen mentales Training besonders häufig und erfolgreich zum Einsatz kommt:

  • Entspannung und Beruhigung

    Wie bei beim obigen Beispiel vielleicht schon selbst erfahren haben, kann Mentaltraining zur Beruhigung und akuten Stressbewältigung eingesetzt werden. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihnen alles zu viel wird, können Sie durch eine mentale Gedankenreise den aufsteigenden Stress bekämpfen. So leiden Sie weniger unter den Belastungen, können besser mit schwierigen Situationen umgehen und werden nicht nur belastbarer und leistungsfähiger, sondern auch zufriedener.

  • Angst

    In der Praxis ein bisschen schwieriger, aber nicht minder effektiv ist das Mentaltraining bei Angstzuständen. Sollten Sie von der Angst gepackt werden – unabhängig von den jeweiligen Auslösern – können Sie durch Visualisierung und mentales Training einen besseren Umgang mit Ihrer Angst erlernen. Statt sich in Ihre Angst hineinzusteigern, können Sie die beruhigende Wirkung nutzen und nicht in Panik verfallen, sondern zur Ruhe kommen.

  • Selbstbewusstsein

    Mangelt es Ihnen an Selbstbewusstsein? Dann können Sie mit Mentaltraining daran arbeiten. Nutzen Sie die bildliche Vorstellung eines Erfolges, um das Gefühl zu erleben. Stellen Sie sich genau vor, wie Sie ein Projekt im Job rocken, wie Sie eine große Hürde überwinden oder wie Sie es den Zweiflern gezeigt haben. Je häufiger Sie dies tun, desto stärker wächst Ihr tatsächliches Selbstvertrauen.

  • Kognition

    Einer der größten und beliebtesten Bereiche für das Mentaltraining sind kognitive Fähigkeiten. Oftmals wird in diesem Zusammenhang auch von Gehirnjogging gesprochen. Im Kern geht es darum, das eigene Gehirn zu trainieren, die Kognition zu verbessern und die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern – oder im Alter aufrechtzuerhalten. Neben den positiven Effekten auf das Gehirn wird dies auch zum Spaß betrieben, weil die kniffligen Rätsel eine schöne Herausforderung bieten.